In Los Angeles hat eine Jury Meta und Google in einem Fall, der von einer Frau namens Kaley vor Gericht gebracht wurde, für verantwortlich erklärt. Kaley behauptet, dass sie seit ihrer Kindheit süchtig nach diesen Plattformen geworden ist, indem sie Instagram und YouTube genutzt hat. Diese Klage ist eine der ersten, die soziale Medienunternehmen auf der Grundlage des Designs der Plattformen und nicht auf der Grundlage von nutzergenerierten Inhalten verantwortlich macht.

Die Jury entschied, dass beide Unternehmen fahrlässig gehandelt haben und die Nutzer nicht über die Risiken einer langfristigen Nutzung der Plattformen gewarnt haben. Außerdem entschied sie, dass bestimmte Designelemente wie Empfehlungssysteme, Benachrichtigungen und automatische Wiedergabeoptionen eine Rolle bei den von der Klägerin berichteten psychischen Gesundheitsproblemen gespielt haben.

Meta und Google zahlen Entschädigung in der Klage über soziale Medienabhängigkeit

Die Jury sprach eine Entschädigung von drei Millionen Dollar aus und unterstützte zusätzliche Strafschadenersatzansprüche. Die Verantwortung wurde zwischen den beiden Unternehmen aufgeteilt, wobei Meta einen größeren Anteil erhielt. Die endgültigen Beträge der Strafschadenersatzansprüche sind in den Quellenunterlagen noch nicht genehmigt worden.

In einer separaten Klage entschied eine Jury in New Mexico, dass Meta 375 Millionen Dollar zahlen muss, nachdem sie Verstöße gegen die Kindersicherheitsvorkehrungen festgestellt hatte. Mark Zuckerberg sagte in der Los Angeles-Verhandlung aus, und interne Unternehmensdokumente wurden als Beweismittel vorgelegt.

Rechtliche Argumente beider Seiten in der Los Angeles-Verhandlung

Das rechtliche Team der Klägerin argumentierte, dass die Plattformen so gestaltet sind, dass sie eine zwanghafte Nutzung fördern, was es jüngeren Nutzern erschwert, sich zu distanzieren. Kaley teilte mit, dass sie nach fast durchgehender Nutzung beider Plattformen Körperdysmorphie, Depressionen und Suizidgedanken entwickelt hat.

Die Anwälte, die Meta und Google vertreten, wiesen darauf hin, dass die psychischen Gesundheitsprobleme der Klägerin eher mit persönlichen Umständen als mit der Nutzung der Plattformen zusammenhängen. Sie hinterfragten auch die Klassifizierung von sozialer Medienabhängigkeit als offiziell anerkanntes medizinisches Problem.

Breiterer rechtlicher Kontext und die zukünftige Bedeutung des Urteils

Diese Klage ist Teil einer breiteren rechtlichen Strategie, die sich auf das Design der Plattformen konzentriert; nicht darauf, was die Nutzer teilen. Dieser Ansatz scheint darauf abzuzielen, die rechtlichen Schutzmaßnahmen gemäß dem Section 230 des Communications Decency Act, die Plattformen im Allgemeinen von der Verantwortung für Inhalte Dritter befreien, zu umgehen.

In den gesamten Vereinigten Staaten sind Hunderte ähnlicher Klagen, die von Eltern, Schulbezirken und staatlichen Beamten eingereicht wurden, anhängig. Einige frühere Klagen gegen TikTok und Snap wurden beigelegt, bevor diese Verhandlung abgeschlossen wurde.

Das Urteil in Los Angeles könnte beeinflussen, wie Gerichte in anderen laufenden Klagen die Verbindung zwischen den Designpräferenzen der Plattformen und den Schäden für die Nutzer bewerten. Meta und Google haben noch nicht bekannt gegeben, ob sie gegen dieses Urteil Berufung einlegen werden.